Die Kraft aus der Stille

Seit tausenden von Jahren wird Meditation, Kontemplation und das Gebet in allen Kulturen weltweit praktiziert. In unserer heutigen rationalen und schnellen Welt hat diese uralte und so heilsame Praxis oft keinen Platz. Noch immer wird Meditation und Achtsamkeit sehr schnell in die spirituelle Ecke geschoben. Ein Weg zur Erleuchtung, was er auch zweifelsohne ist. Und er hat viel mehr als das zu bieten.

Meditation als ein Bestandteil deines Lebens

Ich selbst habe viele Jahre gebraucht, bis ich die Meditation als täglichen Bestandteil in mein Leben gelassen habe. Seit 5 Jahren meditiere ich jeden Tag.

Plötzlich war da dieser Artikel über eine Meditations-App. Mein erster Gedanke war: „Was es nicht alles gibt.“ Nach einer Weile dachte ich: „Warum nicht ausprobieren?“ Ich bin eine leidenschaftliche „Abhakerin“. Und wenn ich jeden Tag etwas abhaken kann und dann auch noch alle paar Tage einen „neuen Level“ erreiche, wird mein Belohnungssystem vollständig befriedigt. Auch konnte ich mit nur 10 Minuten beginnen. Der Berg wurde kleiner und siehe da, er war nur noch ein Hügel.

Installieren einer Gewohnheit

Ich spielte eine Weile mit dem Zeitpunkt meiner Meditation herum. Wann passt es am besten? Wann fällt es mir leicht? An welche tägliche Gewohnheit kann ich es anhängen? Das Aufstehen? Den Beginn meiner Mittagspause? Das nach Hause kommen nach der Arbeit? Vor dem Schlafen gehen? Ich entschied mich für den Morgen direkt nach dem Aufstehen.

Nach einer Weile wurde meine Meditationspraxis zu einem Muss. „Jetzt muss ich auch noch Zeit finden meine Meditation zu machen.“ Was mir beim Integrieren der Meditation in den Alltag half war die Erklärung von jemandem:

„Meditation musst du nicht machen. Meditation ist.“

Das einzige, was ich bei der Meditation tun muss, ist Nichts. Ich gebe mir die Erlaubnis für eine Weile nichts zu tun. Welche eine Entspannung!

Die Wissenschaft hat sich der alten überlieferten Weisheit angeschlossen

Heute gibt es unzählig Studien über Meditation und Achtsamkeit mit erstaunlichen Ergebnissen. So können diese Übungen jeden Aspekt unseres Lebens positiv beeinflussen. Sei es unser Körper, unser Geist, unsere physische Gesundheit oder unser emotionales und spirituelles Wohlbefinden.

Täglich kommen neue Erkenntnisse dazu. Es ist in keinster Weise übertrieben, Meditation als wahres Wundermittel zu bezeichnen.

1. Meditation hilft uns beim Abbau von Stress

Ergebnisse aus Studien im Journal “Health Psycology” von 2013 haben gezeigt, dass Menschen sich durch Meditation weniger gestresst fühlen. Es konnte ebenso nachgewiesen werden, dass Meditation die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol verringert.

2. Meditation fördert die physische Gesundheit

„Die Forschung, die selbe reduktionistische Forschung, die zur Bewertung von Medikamenten und Therapien dient, hat bewiesen, dass der Geist den Körper heilen kann.“, schreiben Herbert Benzen und William Propter in ihrem Buch „Relexation Revolution“. Die Autoren empfehlen die Wissenschaft von Geist und Körper, neben Operationen und Medikamenten, als dritte Therapieoption in der Medizin. Sie schildern, dass die Meditation bei den folgenden Erkrankungen wirkt:

  • Übelkeit
  • Diabetes
  • Asthma
  • Ausschlägen
  • Geschwüren
  • Husten
  • Herzinsuffizienz
  • Schwindel
  • Postoperativen Schwellungen
  • Angststörungen

Alle diese Krankheiten haben eine Stresskomponente. Die Autoren schließen, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass buchstäblich jedes Gesundheitsproblem und jede Krankheit mit einem Geist-Körper-Ansatz behandelt werden kann.

3. Meditation wirksam bei Depressionen

Im Jahr 2014 konnten Wissenschaftler der Lund University in Schweden nachweisen, dass Meditation und Achtsamkeitsübungen die gleiche Wirkung auf Depressionen und Angststörungen haben, wie eine kognitive Verhaltenstherapie.

4. Rückgang der Sterblichkeit

Laut einer Studie der Harvard School of Public Health an Griechen zwischen 20 und 86 Jahren konnten Forscher der Universität Athen die Wirkung der meditativen Siesta am Mittag belegen und nachweisen, dass hierdurch das Sterblichkeitsrisiko für Herz-Kreislauferkrankungen um 37 % gesenkt werden konnte.

Laut den Achtsamkeitstrainern Mark Williams und Danny Penman lasse sich eine vergleichbare Wirkung sonst nur bei einer Entdeckung eines neuartigen Medikamentes beobachten. Und bei der Meditation bekommt man diesen Effekt auch noch völlig ohne Nebenwirkungen.

5. Meditation reduziert unser Schmerz empfinden

In einer Studie der Wake Forest Baptist University konnte nachgewiesen werden, dass Meditation unser Schmerzempfinden um 40% reduziert, fast doppelt so stark wie Morphium (25%). Bei einem Scan der Testpersonen während der Meditation waren die Gehirnregionen, die den Schmerz verarbeiten, nahezu inaktiv.

6. Meditation verändert unsere Gene

Meditation lenkt uns nicht nur vom Schmerz und Stress ab, sondern verändert uns auch auf genetischer Ebene. The Huffington Post hat bereits Ende 2013 darüber berichtet.

Forscher am Massachusetts General Hospital, am Beth Israel Deaconess Medical Center und am Howard Medical School konnten nachweisen, dass die Entspannung und Ruhe, welche durch die Meditation entstand, Gene anschaltet, die zur Stärkung des Immunsystems, der Entzündungshemmung und der Bekämpfung einiger chronischer Krankheiten wie Arthritis, Bluthochdruck und Diabetes beitragen.

7. Meditation verändert auch unser Gehirn

Eine Studie aus dem Jahr 2005 hat ergeben, dass Meditation zur Verdickung des Präfrontalen Kortexes führt. Somit kann der altersbedingte Abbau verlangsamt werden. Die Dicke des Kortex steht in Zusammenhang mit den kognitiven Funktionen. Dazu zählen die Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, das Problemlösen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, die Introspektion, der Wille, das Glauben und einige mehr.

8. Meditation macht uns Kreativität

Kreatives, strategisches und visionäres Denken sowie Problemlösung und soziales Verhalten findet im Neocortex statt. Damit dieser aktiv werden kann, braucht er das „Go“ vom limbischen System. Hier finden sich Emotionen, Motivationen und Erinnerungen wieder.

Sind wir emotional aus dem Gleichgewicht geraten oder sind unzufrieden oder stehen unter Druck, ist unser limbisches System beschäftigt und kann unseren Neocortex nicht aktivieren. Damit ist der Kreative und der Visionär in uns stillgelegt.

Wissenschaftler der Brown Universität haben nachgewiesen, dass Meditation uns helfen kann Emotionen zu steuern und somit das limbische System zu entlasten und unsere Kreativität anzukurbeln.

9. Meditation fördert die Qualität unseres Schlafes

Laut eine Studie der University of Utah können Menschen, die meditieren, nachts besser schlafen.

“Menschen, die Achtsamkeitsübungen praktizieren, sind in der Lage, ihre Gefühle und ihr Verhalten während des Tages besser zu kontrollieren”, erklärt die Wissenschaftlerin Holly Rau, welche an der Studie beteiligt war. “Zusätzlich besteht ein Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und geringerer Aktivität zur Schlafenszeit, was auf Vorteile für die Qualität des Schlafs und die Fähigkeit, Stress zu kontrollieren, hindeutet.”

In der Meditation üben wir uns von allen Gedanken und Anhaftungen zu befreien und wir lernen loszulassen. Schlaf kann man nicht erzwingen. Es ist ein Prozess des Loslassens. Und ein ruhiger Geist kommt schneller zur Ruhe.

10. Meditation macht uns zu besseren Menschen

Schon das, was die Meditation mit uns macht, ist beeindruckend. Doch auch unser Umfeld profitiert davon. Die Wissenschaftler der Harvard University konnten nachweisen, dass Menschen, die meditieren, mehr Mitgefühl haben.

Meditation hilft uns unsere Gedanken und Emotionen bewusst zu steuern. Unsere Handlungen werden unabhängiger von negativen Gedanken und wir hören auf diese auf andere Menschen zu übertragen.

Es gibt bereits Schulen, welche an die Stelle des Nachsitzens die Meditation gesetzt haben. Die Ergebnisse sprechen für sich. Es hilft den Kindern zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und ihre Wut unter Kontrolle zu bringen. An der Elementary School in Baltimore gibt es seit der Einführung des Meditationsraumes keinen einzigen Schulverweis mehr.

Wann fängst du an?

Heute möchte ich meine Meditation nicht mehr aus meinem Leben streichen. Ich liebe diese Zeit der Stille und das, was sie mit mir macht. Ich integriere auch die Achtsamkeit immer stärker in meinen Alltag.

Meditation ist auch möglich, während ich auf jemanden oder etwas warte. Das Schöne ist, mein Atem ist immer dabei.

Wenn du nicht sitzen willst, meditiere beim Bergsteigen, beim Spazierengehen, beim Angeln, bei der Garten- oder Hausarbeit oder was auch immer deines ist.

Wichtig: Fange mit kleinen Schritten an!

Suche dir eines aus und mache es für kurze Zeit. Mach aus dem Berg einen Hügel, so geht es leichter.

Willkommen im Leben

Herzliche Grüße,